Doppelkopf wird gerne in geselligen Kneipenrunden gespielt. Der Spaß steht im Vordergrund und es geht grundsätzlich locker zu.
Trotzdem haben sich beim Doppelkopf einige Regeln etabliert, die du im Kopf behalten solltest. Vor allem bei Turnieren werden diese Regeln gerne ernst genommen und können bei Missachtung zu Strafpunkten führen. Aber auch für die lockere Runde unter Freunden ist es sinnvoll, sich an einige Punkte zu halten.
Absprachen und Hinweise
Doppelkopf ist deswegen ein spannendes Spiel, weil das Wissen darüber, wer zusammenspielt, lange Zeit ungleichmäßig verteilt ist. Partner finden sich durch geschicktes Ausspielen oder Ansagen im laufe des Spiels — und das sollten die einzigen Wege sein, seinen Partner zu finden.
Gegenseitige Absprachen oder Hinweise (etwa durch Blickkontakt, Kommentare oder Verhalten) machen genau diesen Reiz des Spiels kaputt. Tu’ dir und deinen Mitspielern den Gefallen und rede nicht über deine Karten oder dein Wissen (oder Unwissen) wer welcher Partei angehört. Selbst unschuldig gemeinte Kommentare wie “ich hab echt keine Ahnung mit wem ich hier spiele” können anderen Spielern Klarheit darüber geben, ob du Re oder Kontra bist.
Red am besten über was anderes, nicht über das Spiel.
Schummeln
Das braucht eigentlich keine Erklärung: Schummeln ist nicht. Guck nicht in die Karten anderer Spieler, tausche keine Karten mit deinem Mitspieler, tritt nicht deinen Spielpartner mit dem Fuß unter’m Tisch.
Wenn du glaubst, es ist clever, den Pik-Stich mit dem Fuchs abzustechen, obwohl du eigentlich Pik bedienen musst, bist du auf dem Holzweg: Deine Mitspieler werden es ein paar Stiche später merken, und in dem Fall verlieren du und dein Partner das Spiel (in vielen Doppelkopfrunden wird das Spiel dann sogar als “schwarz” verloren gewertet).
Versau’ dir und deinen Mitspielern nicht das Spiel, indem du schummelst und betrügst.
Karten zählen
Wir sind hier nicht im Casino. Unter geübten Doppelkopfspielern ist das Kartenzählen gängige Praxis. Es ist enorm hilfreich zu wissen, ob bereits ein Kreuz- oder Pik-Fehlstich durchgegangen ist, welcher Spieler welche Fehlfarbe nicht bedienen konnte und wie viele Kreuz-Damen, Dullen, oder Füchse noch im Spiel sind.
Sobald du das Spiel einigermaßen beherrschst, solltest du dich daran üben, die wichtigsten Karten im Spiel im Kopf zu behalten. Spielst du Doppelkopf bei ein paar Bierchen nach Feierabend, kann das auch gerne mal etwas schwieriger werden.
Den letzten Stich sehen
Um dir beim Zählen auf die Sprünge zu helfen, ist es in vielen Runden erlaubt, sich den letzten Stich (und nur den letzten Stich!) noch einmal anzuschauen oder zeigen zu lassen. Frag einfach, ob du den letzten Stich noch einmal sehen darfst und lass den entsprechenden Spieler den letzten Stich für alle Spieler sichtbar einmal aufdecken.
Mischen, Austeilen, Ausspielen
Beim Mischen, Austeilen und Ausspielen geht es reihum, im Uhrzeigersinn. Ein Spieler mischt und verteilt die Karten, der Spieler nach dem Geber hat das Recht auszuspielen. Nach dem Spiel geht’s im Uhrzeigersinn weiter.
Nach der Turnierspielordnung ist das ganze noch deutlich strenger geregelt (aber das interessiert Kneipenspieler in der Regel herzlich wenig): Der Geber muss die Karten nach dem Mischen vom Spieler rechts genau einmal abheben lassen, muss die Karten nach dem Schema “viermal drei” verteilen, und so weiter. Solltest du an einem Turnier teilnehmen, werden dir diese Regeln sicherlich kurz erklärt.
Sonderregeln und Spielvarianten
Doppelkopf lebt von Sonderregeln und Vereinbarungen. Über die Jahre haben sich viele, teils regionale Varianten und Sonderregeln etabliert. Ihr könnt von diesen Regeln so viele anwenden, wie ihr wollt. Ihr könnt eure Regeln im Laufe der Zeit variieren oder bei euren Hausregeln bleiben — es liegt ganz bei euch.
Spaß haben
Das wichtigste beim Doppelkopf ist es, Spaß zu haben. Doppelkopf verbindet und bringt Leute zusammen. Der Spaß steht im Vordergrund. Macht eure eigenen Regeln und Rituale, findet heraus, was für euch funktioniert, und nehmt das Ganze nicht zu ernst. Turniere haben oft eine etwas strengere Regelung die schnell erschlagend wirken kann — aber all diese Regeln müssen euch in der privaten Runde nicht interessieren.
Spieler mit einer festen Doppelkopfrunde haben oft jahrelang Spaß und gesellige Stunden. Es braucht ein wenig Zeit, um ein routinierter Doppelkopfspieler zu werden, aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Nichts lehrt so gut, wie das Spiel selbst und das Machen von Fehlern. Schnapp’ dir einfach ein paar Freunde, ein paar Karten, und leg los. Und in der Zwischenzeit kannst du jederzeit im Doppelkopf Club üben.